Nageldesigner als Beruf

Leider ist es sehr schwer, innerhalb kurzer Zeit ein eigenes Nagelstudio aufzubauen, das sich auch rentiert, von dem man also seinen Lebensunterhalt bestreiten kann. Wenn Sie planen, sich mit einem Nagelstudio selbständig zu machen, ist es extrem wichtig, dass Sie für etwa ein Jahr genügend finanziellen Hintergrund haben, denn das ist in etwa die Zeit, die Sie benötigen werden, um sich einen guten Ruf aufzubauen und ausreichend Kundschaft (vor allem Stammkunden) zu bekommen. Ein Nagelstudio lebt immer von seinen Stammkunden, Laufkundschaft hat man in den seltensten Fällen, außer natürlich, man ist direkt in der Innenstadt; diese Lage ist aber in der Miete ziemlich teuer, somit dauert es noch länger, bis rentabel gearbeitet werden kann.

Sie finden hier einige Tipps, die Ihnen beim Einstieg helfen können.

Ausbildung

Eine gute Ausbildung ist essentiell um ein erfolgreiches Nagelstudio zu führen. Sie beinhaltet die korrekte Anwendung und Desinfektion aller Instrumente, außerdem eine Schulung in allen Systemen der Nagelmodellage (optimalerweise Gel- und auch Acrylnägel), natürlich eine ausführliche Hygieneschulung und den Umgang mit Reklamationen. Wichtig ist, dass der Ausbilder ein qualifizierter Nageldesigner ist, das kann er auch anhand von Zertifikaten und einem Ausbilderschein (je nach Firma unterschiedlich) nachweisen. Die renommierten Firmen für Nagelpflegeprodukte bieten alle eigene Schulungen an, bei denen Sie sicher sein können, in wirklich guten Händen zu sein und eine alles umfassende Ausbildung zu bekommen. Diese Schulungen sind nicht günstig, daher sind Schulungen oft in Modulen aufgebaut, so dass man sich immer weiter fortbilden kann. Eine 1-tägige Basisschulung kostet etwa 200 bis 300 Euro, ein 5-tägiger Kurs zwischen 800 und 1500 Euro, ein 1-tägiger Aufbaukurs etwa 200 bis 300 Euro, je nach Firma sind die Preise sehr unterschiedlich. Am Ende des Kurses erhalten Sie dann ein Zertifikat, das Ihre erfolgreiche Teilnahme bescheinigt und für Sie und Ihr Nagelstudio ein Qualitätsmerkmal ist. Rahmen Sie es ein und hängen Sie es in Sichtweite der Kunden auf, diese werden davon beeindruckt sein! In der Regel werden Sie in Ihrem Nagelstudio dann auch die Produkte der Firma verwenden, bei der Sie Ihre Ausbildung gemacht haben, und die Firma steht Ihnen dafür mit Rat und Tat zur Seite. Wenn Sie einmal eine Frage oder ein Problem haben, wird Ihnen sofort geholfen.

Bitte sehen Sie davon ab, nur anhand von Videos und Anleitungen Nagelmodellagen bei anderen zu machen, lassen Sie sich die korrekte Vorgehensweise immer zeigen. Bei Ihren ersten Modellagen sollte immer ein erfahrener Nagelmodellist anwesend sein, um Fehlern vorzubeugen und Sie ggf. zu berichtigen. Es passiert ganz schnell, dass die Nagelhaut oder schlimmer noch der Naturnagel bei unsachgemäßer Arbeit verletzt wird, es dauert mindestens ein halbes Jahr bis der Nagel nachgewachsen ist! Außerdem können bei fehlender Hygiene Hautkrankheiten entstehen, da ist ein Nagelpilz fast noch harmlos. Also bitte immer auf eine gute Ausbildung achten, in Ihrem eigenen Sinne, denn zufriedene Kunden kommen gerne wieder, aber auch im Sinne der Gesundheit Ihrer Kunden.

Gute Arbeit

Die Hände Ihrer zufriedenen Kunden sind das Aushängeschild Ihres Nagelstudios! Denken Sie immer daran, und sorgen Sie dafür, dass nur absolut perfekte Nägel Ihr Studio verlassen. Ihre Kundinnen werden von Ihren Freundinnen, Müttern, Schwiegermüttern, an der Kasse oder in der Stadt auf die tollen Nägel angesprochen und gefragt, wo diese gemacht wurden. Bessere Werbung können Sie nicht bekommen und Sie haben es selber in der Hand.

Also seien Sie überkritisch und perfektionistisch, was Ihre Arbeit anbelangt. Und wenn es mal ein paar Minuten länger dauert, dann ist es eben so! Die Hauptsache ist das optimale Ergebnis und somit das tolle Aussehen der Hände Ihrer Kundin. Und das können Sie Ihrer Kundin auch ruhig sagen, wenn es mal länger dauert: “Ich möchte, dass Sie perfekte Nägel haben!” Und Sie wird ganz bestimmt zufrieden sein und gerne ein paar Minuten länger als gewöhnlich bei Ihnen sitzen.

Qualität der Produkte

Teuer muss nicht immer das Beste sein und billig das Schlechteste, aber meistens ist es eben doch so, dass Qualität seinen Preis hat. Gerade Nagelpflegeprodukte sind mittlerweile überall erhältlich, man kann im Internet die verschiedensten Nagellacke und Gele und auch direkt ganze Sets für Nagelmodellagen kaufen. Bei den billigen Produkten weiß man aber nicht, ob auf Dauer die Qualität gleich ist, die Zusammensetzung könnte sich ändern und plötzlich sieht die Farbe des Gels anders aus. Oder eine Firma kauft Restbestände auf und verkauft diese dann unter eigenem Namen, auch da kann man nicht sicher sein, dass man das Gewohnte bekommt. Daher ist von billigen Produkten im Bereich der Nagelmodellage abzuraten.

Namhafte Hersteller garantieren eine gleichbleibende Qualität und es werden regelmäßige Qualitätskontrollen sowie Allergietests durchgeführt. Die Produkte dieser Hersteller sind zwar deutlich teurer, dafür weiß man aber, was man bekommt und kann das auch mit gutem Gewissen seinen Kunden mitteilen. Wenn ein Produkt bei einer Kundin nicht so “funktioniert” wie es soll, wird die Firma bei der Problemlösung mit Rat und Tat zur Seite stehen. Gute Produkte für Nagelmodellagen erkennen Sie daran, dass Sie nicht von Privatpersonen zu kaufen sind, es muss mittels Zertifikat nachgewiesen werden, dass Sie eine Ausbildung zur Nagelmodellistin absolviert haben.

Freundlichkeit

Begrüßen Sie Ihre Kundin immer stehend und mit Händedruck an der Tür, das macht einen freundlichen und offenen Eindruck. Nehmen Sie Ihr die Jacke ab oder zeigen Sie Ihr, wo sie sie aufhängen kann. Geben Sie Ihr das Gefühl, sich wie zu Hause fühlen zu können, bieten Sie ein Getränk an, Tee oder Kaffee, im Sommer auch mal Wasser oder Apfelschorle. Sorgen Sie für eine angenehme Atmosphäre, unaufdringliche Musik im Hintergrund, vielleicht sogar ein wohlriechendes, dezentes Duftöl bringen ganz schnell Entspannung mit sich. Wichtig ist ein bequemer Stuhl für die Kundin mit einer netten “Aussicht”. Überprüfen Sie das bitte unbedingt, indem Sie sich selbst mal auf den Stuhl setzen. Ist der Stuhl wirklich bequem? Was sehen Sie, wenn Sie dort sitzen? Ihre Kundin sitzt mindestens eine Stunde dort, sorgen Sie dafür, dass Sie nicht auf eine kahle Wand starren muss, Sie können zum Beispiel Ihr Zertifikat aushängen, Poster der Firmen für Nagelpflegeprodukte sind oft auch sehr schön zum Anschauen, Ware, die Sie verkaufen möchten, könnte nett auf Regale drapiert werden, oder Sie hängen einfach Landschaftsbilder auf. Versuchen Sie ein guter Gesprächspartner zu sein, die meisten Kundinnen möchten gerne erzählen, fragen Sie also wie der Tag oder die Woche war und seien Sie ein guter und aufmerksamer Zuhörer, von wichtigen Dingen wie Geburtstage oder geplanten Urlauben können Sie sich nach dem Kundenbesuch kurz Notizen machen, wenn die Kundin nämlich 4 Wochen später wieder kommt, freut Sie sich über eine dezente Nachfrage, wie denn die Feier war oder der Urlaub in … Wenn Ihre Kundin sich wohlfühlt, kommt Sie gerne wieder und sieht die Zeit mit Ihnen als eine Zeit der Entspannung an.

Kombination

Bewährt hat sich eine Kombination aus verschiedenen Beauty Angeboten. Ein Nagelstudio in einem Fitnessclub für Frauen ist erfahrungsgemäß ein Selbstläufer. Auch Räumlichkeiten bei einem Frisör oder in unmittelbarer Nähe zu einem sorgen dafür, dass viele potentielle Kunden das Nagelstudio entdecken und ausprobieren. Bieten Sie unbedingt an, neuen Kunden erst einmal einen kostenlosen Probenagel zu machen, viele kommen dann gerne wieder für eine komplette Behandlung.

Sie können sich auch mit anderen Berufsfeldern zusammen tun, eine Kosmetikerin im Haus ist auch ein toller Anreiz für viele, denn man hat gleich beides in einem. Eine Braut kann sich die Nägel machen lassen und während dessen direkt ihr Make-Up für die Hochzeit bekommen – das ist doch Perfekt! Auch sollten Sie bedenken, dass nicht jede Kundin künstliche Fingernägel haben möchte. Wichtig ist daher, dass Sie auch Maniküre und das Ganze drumherum zur Hand- und Nagelpflege anbieten, so dass Sie auch Kundinnen haben, die “nur” für ein Paraffinbad und eine anschließende Handmassage mit Maniküre und Lackierung kommen. Auch daran verdient man gut, etwa 30 bis 40 Euro für eine halbstündige Behandlung sind ohne weiteres drin.

Eine Kombination mit Fußpflege ist auch denkbar, so sind gleich mehrere Altersgruppen abgedeckt und Überschneidungen sind möglich. Kunden, die eigentlich nur eine Fußpflege wollten, lassen sich nun doch zusätzlich die Fußnägel gelen oder verschenken an die Schwiegertochter einen Gutschein für eine Maniküre oder eine Nagelmodellage. Außerdem ist die Mundpropaganda deutlich breiter gefächert durch die unterschiedlichen Kundengruppen.

 

Hoffentlich können Ihnen unsere Anregungen weiterhelfen, wir wünschen viel Erfolg!